FUNDSTÜCKE, ENTDECKUNGEN, WIEDERGEFUNDENES & MERKWÜRDIGES

Ich schaue gerne fern – am liebsten kulturelle Beiträge – ohne Promotion für Massenware: Musik, Photographie, Film  und Comics – Umsatzlisten interessieren mich nur wenig. Die allgemeine Diffusion der Begriffe wird aufgenommen und in bester postmoderner Manier zelebriert. Dazu kommt die Vermutung:  kein Kulturmagazin besteht noch aus ausschließlich eigenproduzierten Beiträge – wir wissen ja: »bei den  „öffentlich-rechtlicher Rundfunkanstalten (+TV)“  hängen SIE in der Wiederholungschleife«. Aber außer mir scheint das niemand mehr zu stören, der kritische Journalismus taucht diesbezüglich einfach ab.

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Männerporträt (nach einem Gemälde von Lucas Cranach d. Ä., Königliche Museen der Schönen Künste in Brüssel), lange Zeit als der Magdeburger Domherr Johannes Scheyring betrachtet, möglicherweise jedoch eher der Mathematiker und Astronom Johannes Schöner.[57][58]/WP Die Werkstatt Cranach [Cranach d. J.] war eine Kunst- manufaktur – Vorläufer von Warhols-Factory. Das Thema ist also so neu nicht. - jedenfalls nicht für mich.

»"Geld frisst Kunst, Kunst frisst Geld" lautet der Titel eines Pamphlets von Markus Metz und Georg Seeßlen. Letzterer, Filmtheoretiker und -kritiker, kehrt mit dieser Co-Autorenschaft zu seinen Anfängen zurück, denn er studierte ursprüng- lich Malerei an der Kunsthochschule München. Die Lage auf dem Kunstmarkt, auf dem sich in einem streng abgezirkelten System potente Sammler, etablierte Galeristen und Institutionen durch astronomische Preise für einige wenige Künstler die Wertsteigerungen gegenseitig zuschanzen, erzürnt den Publizisten Seeßlen als Privatmann derart, dass er diese Streitschrift mitverfasst hat. Wir fragen nach: Ist die Kunst noch zu retten?«  "Kulturzeit" am 8. Oktober 2015  / 3Sat // Anmerkung: Meine oben abgebildete Card ist fast 1 Jahr alt. Das nennt man wohl Avantgarde.

 

Buch: "Geld frisst Kunst - Kunst frisst Geld - Ein Pamphlet" von Georg Seeßlen, Markus Metz; Suhrkamp 2014 ISBN-13: 978-3518126752

 

Neuerdings höre ich wieder öfter Radio, ist nicht ganz so schlimm, wenn auch nicht wiederholungsfrei. Per Zufall wurde ich durch Radiosendungen auf einige Lyriker aufmerksam: Thomas Kling († 1. April 2005), Jürgen Nendza (lebt in Aachen),  Marcel Beyer und die wunderbare Doris Runge – die ich alle noch nicht kannte (ich weiß -  ich bin ein Banause, du aber auch, wenn du sie nicht kennst). Bei meiner Personen/Werk- Recherche hat sich neben Wikipedia – besonders →  http://www.lyrikline.org/de - hervorgetan (war für mich neu).

 

Schon seltsam das bei der derzeitigen Informationsflut so vieles sich noch immer dem Hören, Sehen und Lesen entziehen kann. Welch ein Glück für die Entdecker-Seelen!

Etwas zu entdecken gibt’s zur Zeit im ›Folkwang Museum‹ in Essen:  „Der Schatten der Avantgarde“  … „Werke von Autodidakten werden zumeist als „Naive“ oder „Outsider-Kunst“ bezeichnet und getrennt von der Kunst der Moderne betrachtet. Dabei stehen sie in ihrer Energie und Intensität den Meisterwerken der Moderne in nichts nach… Sie sind Künstler und Künstlerinnen ohne akademische Ausbildung und zumeist ohne Zugang zu den hergebrachten und sich neu formierenden Verbreitungswegen. Ihre Werke jedoch sind in ihrem künstlerischen Anspruch, in ihrem ästhetischen Reichtum und ihrer unmittelbaren Intensität auf Augenhöhe mit den besten Künstlern des 20. Jahrhunderts. “ [Zitat: http://www.museum-folkwang.de/]

 

Außerdem machte mich ›dradio‹ auf eine interessante Ausstellung in Riehen (bei Basel) aufmerksam: 

›Fondation Beyeler‹ in Riehen: Rekonstruktion der letzten futuristischen Ausstellung von 1915 - "0.10" - Ausstell- ung: 4.10.–10.1.2016  »Ende 1915 fand in Sankt Petersburg die letzte futuristische Ausstellung mit dem Titel "0.10" statt. Die war zuvor in einem produktiven Chaos entstanden. Die Fondation Beyeler mit Kurator Matthew Drutt hat zwar nicht die gesamte Ausstellung rekonstruiert, aber den Geist und die Ideologie von damals.¦… Kurz vor Eröffnung der "letzten futuristischen Ausstellung" in Petersburg war noch gar nicht klar, welche Künstler dort überhaupt vertreten sein würden. Natürlich gab es Streit; die einen sprangen ab, andere kamen hinzu. Ursprünglich waren zehn Künstler vorgesehen, am Ende waren es 14, streng paritätisch je sieben Frauen und Männer. Die Moskauer hassten die Petersburger, und die Kubofuturisten mochten die Suprematisten überhaupt nicht. Wladimir Tatlin arbeitete wie immer mitten in der Ausstellung, als die Eröffnungsgäste kamen, hörte er einfach auf. Später wurden ständig Bilder abgehängt, ausgetauscht, neu produziert, der Wettkampf ging weiter.« [Zitat: Dradio vom 06.10.2015] // Ergänzend dazu zeigt die Fondation Beyeler noch die Ausstellung: ›Black Sun‹

 

»Mit der Ausstellung «Black Sun» wird Malewitsch eine Hommage gewidmet, in der Bezüge und Spannungsver- hältnisse zwischen bedeutenden Künstlern und Malewitsch und dem Schwarzen Quadrat gezeigt werden. Unter- schiedliche Aspekte der Kunst des 20. und 21. Jahrhunderts sollen beleuchtet werden.«

[Quelle: http://www.fondationbeyeler.ch/]

 

Empfehlenswert: Sept. 2015-Jan. 2016 – „Hanne Darboven (1941–2009) gehört zu den herausragenden inter- nationalen Künstlerinnen des 20. Jahrhunderts, und so richten die Bundeskunsthalle in Bonn und das Haus der Kunst in München gemeinsam eine parallele Retrospektive aus, um ihrer überragenden Bedeutung gerecht zu werden.“ [http://www.bundeskunsthalle.de/]

Unbedingt(Nachtrag):

William Forsythe

The Fact of Matter

MMK 1 - Frankfurt

17. Oktober 2015 — 31. Januar 2016

Aachen - im Oktober 2015 - JK

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